Kurzantwort
Ein Social-Media-Redaktionsplan löst das Problem, an dem die meisten Praxen und Studios scheitern: nicht das Können, sondern die Konsequenz. Wer jeden Tag neu überlegt, was er posten könnte, postet irgendwann nichts mehr. Der Plan legt für vier Wochen fest, was wann auf welchem Kanal erscheint – mit Inhaltssäulen, Formaten, Verantwortlichen und Status –, und der Ideenspeicher sorgt dafür, dass nie der Stoff ausgeht. Dieser Artikel zeigt, wie du den Plan in fünf Schritten aufbaust, und liefert die Vorlage dazu: Excel mit vier Blättern und Dropdowns, PDF zum Ausdrucken, 27 Startideen – kostenlos, ohne Registrierung.
Warum ein Plan wichtiger ist als gute Ideen
Social Media scheitert in kleinen Betrieben fast nie daran, dass niemand etwas zu sagen hätte. Es scheitert daran, dass das Posten neben Behandlung, Training und Verwaltung immer das ist, was als Erstes wegfällt. Ohne Plan hängt jeder Beitrag an einer spontanen Entscheidung – und spontane Entscheidungen verlieren gegen den vollen Terminplan.
Der Redaktionsplan dreht das um: Die Entscheidung, was gepostet wird, fällt einmal im Monat, in einer halben Stunde. Danach steht fest, dass am Montag das Reel aus dem Team kommt, am Mittwoch das Karussell mit den drei Übungen und am Freitag die Story mit den freien Terminen. Wer dran ist, weiß es. Was fehlt, ist sichtbar. Und die Frage „Was poste ich heute?“ stellt sich nicht mehr.
Das Fundament dafür – Ziel, Plattform, Säulen, Frequenz – ist die Strategie; sie steht im Ratgeber Social-Media-Strategie für Praxis & Studio. Der Plan ist ihre Umsetzung.
Der Plan in fünf Schritten
- 1
Säulen festlegen
Vier bis fünf Inhaltssäulen mit Verteilung: Team & Einblick (rund 40 Prozent), Wissen & Tipps (25), Ergebnisse & Bewertungen (10), Angebot & Handlung (15), Recruiting (10). Die Säulen verhindern, dass der Plan nur aus Angeboten besteht – und sie machen das Füllen leicht, weil jede Zeile schon weiß, welche Art von Beitrag sie braucht.
- 2
Ideenspeicher anlegen
Eine Liste je Säule, in die laufend alles wandert: Kundenfragen von der Anmeldung, Momente aus dem Team, Fortbildungen, neue Geräte, Bewertungen. Jede Person im Team darf eintragen. Der Speicher ist der Grund, warum der Plan in einer halben Stunde gefüllt ist.
- 3
Monatsplan füllen
Je Woche zwei bis drei Zeilen: Datum, Kanal, Format, Säule, Thema, Ziel, Verantwortlich, Status. Aus dem Ideenspeicher ziehen, Säulen-Verteilung grob einhalten, mindestens ein Reel pro Woche. Stories nicht planen – sie entstehen aus Anlässen.
- 4
Produktion bündeln
Ein fester Termin im Monat, an dem die Videos und Fotos für vier Wochen entstehen: zwei Stunden, Team dabei, Smartphone und Ansteckmikrofon. Einzeln produzierte Beiträge kosten fünfmal so viel Zeit wie gebündelte.
- 5
Monatlich auswerten
Spalte „Ergebnis“: Welcher Beitrag hat Nachrichten, Anfragen oder Bewerbungen gebracht? Welche Säule zieht, welche nicht? Daraus die Verteilung für den nächsten Monat anpassen. Drei Zahlen reichen – Profilaufrufe, Anfragen, Link-Klicks.
Was in die Vorlage gehört – und was die Vorlage enthält
| Blatt 1: Anleitung | Blatt 2: Säulen & Formate | Blatt 3: Monatsplan | Blatt 4: Ideenspeicher | |
|---|---|---|---|---|
| Inhalt | So nutzt du die Vorlage, Faustregeln, HWG-Hinweis | Fünf Säulen mit Ziel, Beispielen je Branche, Formaten und empfohlener Verteilung | Vier Wochen mit je drei Beispiel-Beiträgen plus Leerzeilen | 27 Startideen je Säule und Branche |
| Spalten | – | Säule, Ziel, Physio, Studio, Arztpraxis, Formate, Anteil | Woche, Datum, Kanal, Format, Säule, Thema, Ziel, Verantwortlich, Status, Ergebnis, Notiz | Säule, Idee, Format, Für wen, Quelle, Status |
| Dropdowns | – | – | Status, Säule, Format | Status |
| So nutzt du es | einmal lesen | einmal an den Betrieb anpassen | monatlich füllen, wöchentlich abhaken | laufend ergänzen, monatlich leeren |
Die Excel-Datei ist für die tägliche Arbeit gedacht – mit Filter, Dropdowns und Leerzeilen. Die PDF-Version ist die Leseversion zum Ausdrucken und Aufhängen im Pausenraum, damit das Team sieht, was diese Woche kommt.
- Excel-Datei herunterladen – vier Blätter, Dropdowns, Filter, druckfertig im Querformat
- PDF-Leseversion herunterladen – vier Seiten zum Ausdrucken
Der Plan ist nicht dazu da, kreativer zu werden. Er ist dazu da, dass am Mittwoch ein Beitrag erscheint, obwohl am Mittwoch keine Zeit war.
Beispiel: ein Monat für eine Physiopraxis
So sieht der Monatsplan der Vorlage aus – übertragbar auf Studio und Arztpraxis, indem Themen und Säulen getauscht werden:
- Woche 1: Montag Reel „So startet unser Montag“ (Team & Einblick) · Mittwoch Karussell „3 Fehler bei Rückenschmerzen“ (Wissen) · Freitag Story „Freie Termine nächste Woche“ mit Link (Angebot)
- Woche 2: Montag Reel „Warum ich hier arbeite“ – Kollegin erzählt (Team) · Mittwoch Beitrag „Bewertung der Woche“ mit Einwilligung (Bewertungen) · Freitag Reel „Eine Übung, eine Minute“ (Wissen)
- Woche 3: Montag Reel „Wir suchen Verstärkung – das Team erzählt, warum“ (Recruiting) · Mittwoch Karussell „Die häufigste Frage der Woche“ (Wissen) · Freitag Story „Hinter den Kulissen: Fortbildung“ (Team)
- Woche 4: Montag Reel „Ein Tag mit …“ (Team) · Mittwoch Beitrag „Neues Angebot – Termin buchen“ (Angebot) · Freitag Reel „Mythos vs. Fakt“ (Wissen)
Zwölf Beiträge, fünf Reels, jede Säule bedient, zwei Handlungsaufforderungen, ein Recruiting-Beitrag. Das ist der Rhythmus, der sich über ein Jahr halten lässt – und der ein Profil aufbaut, das überzeugt, wenn jemand es nach der Google-Suche öffnet.
Die häufigsten Fehler beim Redaktionsplan
- Zu ambitioniert. Dreißig Beiträge im Monat geplant, acht produziert, Plan aufgegeben. Lieber zwölf, die erscheinen.
- Nur Angebote. Ohne Säulen füllt sich der Plan mit dem, was dem Betrieb wichtig ist – nicht mit dem, was Menschen sehen wollen.
- Kein Verantwortlicher. „Das Team“ postet nicht. Eine Person je Zeile, auch wenn es immer dieselbe ist.
- Einzelproduktion. Jeder Beitrag wird am Tag selbst gedreht – und fällt aus, wenn der Tag voll ist. Bündeln.
- Keine Auswertung. Der Plan läuft, niemand weiß, ob er etwas bringt. Die Spalte „Ergebnis“ ist die wichtigste.
- Rechtliches vergessen. Einwilligung für jede abgebildete Person, Heilmittelwerbegesetz für Heilberufe – in der Vorlage als Hinweis, im Alltag als Pflicht. Was gilt, steht im Ratgeber Mitarbeiterfotos: Einwilligung (mit Muster).
💡 Tipp
Häng den ausgedruckten Monatsplan in den Pausenraum. Wenn das Team sieht, dass am Mittwoch das Reel mit der Fallbesprechung dran ist, entstehen die besten Beiträge von allein – und die Frage „Wer macht heute was?“ ist beantwortet, bevor jemand sie stellt.
Vom Plan zur Produktion
Ein Plan ist nur so gut wie die Beiträge, die aus ihm entstehen. Was die einzelnen Formate brauchen – Reels, Karussells, Stories – und wie sie für Studios und Praxen konkret aussehen, zeigen die Ratgeber Instagram Fitnessstudio und Instagram Physiopraxis; konkrete Beitragsideen liefert der Ratgeber Content-Ideen Physiopraxis: 20 Post- und Reel-Ideen. Und wenn die Zeit für Produktion und Pflege im Betrieb nicht da ist, klärt der Ratgeber Was kostet Social-Media-Betreuung im Monat?, was eine Betreuung kostet – und was sie enthält.