Kurzantwort
Ein Fotoshooting für Praxis oder Studio gelingt, wenn drei Dinge vorher geklärt sind: der Ort (fast immer vor Ort im Betrieb, nicht im Fotostudio), die Vorbereitung von Räumen und Team (aufräumen, Patientendaten weg, Tageslicht, Einwilligungen) und die Kleidung (Arbeitskleidung oder ruhige, einheitliche Farben). Dazu ein Ablauf, der in zwei bis drei Stunden durch ist – Porträts, Teambilder, Räume, Arbeitsszenen – und Tipps fürs Business-Porträt, die aus steifen Gesichtern entspannte machen. Dieser Artikel ist die Checkliste für den Termin: was du vorher tust, was am Tag passiert und was danach mit den Bildern geschieht.
Studio oder vor Ort?
| Vor Ort im Betrieb | Im Fotostudio | |
|---|---|---|
| Wirkung | Menschen am Arbeitsplatz – zeigt gleichzeitig Räume und Alltag | neutral, einheitlich, austauschbar |
| Team | vertraute Umgebung, weniger Anspannung, kurze Wege | Anreise, fremde Umgebung, halber Tag Ausfall |
| Verwendung | Website, Google-Profil, Social Media, Karriereseite, Anzeigen – alles aus einem Termin | Porträts für Print und Presse |
| Aufwand | Räume vorbereiten, zwei bis drei Stunden im Betrieb | Termin außerhalb, Kleidung mitbringen |
| Passt für | Praxen und Studios, die Kunden und Bewerber ansprechen | Einzelporträts mit einheitlichem Hintergrund – auch vor Ort mit mobilem Hintergrund möglich |
Für Praxen und Studios ist die Antwort fast immer: vor Ort. Der Betrieb ist der Inhalt – Kunden wollen sehen, wo sie hinkommen, Bewerber, wo sie arbeiten würden. Warum echte Bilder am echten Ort so wirken, steht im Ratgeber Professionelle Mitarbeiterfotos.
Vorbereitung: eine Woche vorher
- 1
Bildliste festlegen
Was wird gebraucht? Porträts je Person, Teambild, Räume (Empfang, Behandlungsräume, Fläche, Pausenraum, Eingang), drei bis fünf Arbeitsszenen, ein Bild je Leistungsseite. Die Liste bestimmt Ablauf und Dauer. Ideen für Teambilder, die nicht gestellt wirken, stehen im Ratgeber Teamfotos: Ideen.
- 2
Einwilligungen einholen
Jede Person, die abgebildet wird, unterschreibt vorher – freiwillig, widerrufbar, mit Angabe der Nutzung und Regelung für den Fall des Ausscheidens. Wer nicht will, muss nicht. Patienten oder Mitglieder in Arbeitsszenen brauchen ebenfalls eine Einwilligung – oder es werden Kolleginnen als Patienten gestellt.
- 3
Termin außerhalb der Stoßzeiten
Ein ruhiger Nachmittag, zwei bis drei Stunden, Behandlungen und Kurse entsprechend geplant. Das Team weiß, wann wer dran ist – niemand wartet eine Stunde in Praxiskleidung.
- 4
Kleidung abstimmen
Arbeitskleidung, frisch gewaschen und gebügelt, oder ruhige einfarbige Oberteile in zwei bis drei abgestimmten Farben. Keine großen Muster, keine Fremdlogos, keine Schrift. Schuhe beachten – sie sind auf Ganzkörperbildern zu sehen.
- 5
Räume vorbereiten
Aufräumen, was stört: Kabel, Kartons, Zettel, Papierkörbe, Privates. Patientendaten weg – Bildschirme aus, Akten zu, Pläne abgehängt. Blumen, Wasser, frische Handtücher – Kleinigkeiten, die Räume lebendig machen. Nicht steril räumen: Ein Arbeitsplatz darf nach Arbeit aussehen.
Am Tag: der Ablauf in zwei bis drei Stunden
- Räume zuerst (20 Minuten) – solange sie aufgeräumt und leer sind: Empfang, Behandlungsräume, Fläche, Pausenraum, Eingang. Tageslicht, Lampen aus, wenn es reicht.
- Porträts (je Person 5–10 Minuten) – am eigenen Arbeitsplatz, einheitliche Perspektive und Lichtstimmung, mehrere Aufnahmen, bis es sich natürlich anfühlt. Zögernde zuletzt, wenn sie gesehen haben, wie kurz es geht.
- Arbeitsszenen (30 Minuten) – Behandlung, Anleitung, Gespräch am Empfang, Übergabe. Echte Situationen, kein Stillhalten; die Fotografin begleitet.
- Teambilder (20 Minuten) – zwei bis drei Situationen aus der Ideenliste: Übergabe, Gang durch den Betrieb, vor dem Eingang. Bewegung, Gespräch, Lachen – die Aufstellung nur als Ergänzung, wenn überhaupt.
- Details (10 Minuten) – Hände, Geräte, Namensschilder, Kaffeetassen: die kleinen Bilder für Social Media und Seitenhintergründe.
Die besten Bilder entstehen, wenn das Team vergessen hat, dass fotografiert wird – und das passiert nur, wenn der Termin kurz, vertraut und freiwillig ist.
Business-Porträt: sieben Tipps für entspannte Gesichter
- Haltung: Gewicht auf ein Bein, Schultern leicht schräg zur Kamera, Kinn einen Zentimeter nach vorn – wirkt wach statt steif.
- Hände: beschäftigt – Stift, Tasse, Gerät, leicht in der Tasche. Verschränkte Arme wirken abweisend, hängende Hände verloren.
- Blick: zur Kamera oder knapp daneben zu einer Person, die spricht. Ein echtes Gespräch während der Aufnahme löst das Gesicht.
- Lächeln: leicht, mit den Augen, nicht mit den Zähnen auf Kommando. Die Fotografin bringt zum Lachen – das Bild danach ist das richtige.
- Hintergrund: der eigene Arbeitsplatz, unscharf. Kein Fenster direkt hinter der Person (Gegenlicht), keine Türrahmen, die aus dem Kopf wachsen.
- Mehrere Aufnahmen: die erste ist selten die beste. Zehn Bilder, eins bleibt.
- Auswahl beim Team: Jede Person wählt ihr Porträt aus der Vorauswahl. Das nimmt die Sorge, schlecht getroffen zu sein.
⚠️ Achtung
Rechtlich gilt für jedes Bild: freiwillige, dokumentierte, widerrufbare Einwilligung jeder abgebildeten Person, mit Angabe der Nutzung (Website, Google-Profil, Social Media, Anzeigen, Print) und Regelung bei Ausscheiden. Keine Patientendaten im Bild, Einwilligung von Patienten und Mitgliedern in Arbeitsszenen, für Heilberufe das Heilmittelwerbegesetz, sobald Behandlungserfolge gezeigt würden. Muster und Details: Mitarbeiterfotos: Einwilligung (mit Muster); was bei Kündigung gilt: Mitarbeiterfotos nach Kündigung.
Danach: die Bilder nutzen
Ein Shooting liefert 60 bis 120 brauchbare Bilder – und die meisten Betriebe nutzen zehn davon. Die Bildliste von vorher ist jetzt die Verteilliste: Porträts auf die Team-Seite, Räume ins Google-Profil, Arbeitsszenen auf die Leistungsseiten, Teambilder auf Startseite und Karriereseite, Details als Social-Media-Serie über Wochen. Wer die Bilder mit dem Recruiting-Video am selben Termin dreht, spart den zweiten Termin – wie das Video entsteht, steht im Ratgeber Recruiting-Video erstellen; was Mitarbeiterfotos kosten, im Ratgeber Was kosten professionelle Mitarbeiterfotos?.