Kurzantwort
Ein realistisches Werbebudget für Social Recruiting liegt bei etwa 1.200–2.000 Euro pro Monat für eine einzelne Stelle; für systematische Lead-Generierung über mehrere Stellen nennen Branchenquellen 1.500–2.500 Euro. Die Untergrenze ist entscheidend: Unter rund 800 Euro monatlich – also unter etwa 30 Euro pro Tag – bekommt der Algorithmus zu wenig Daten und verbrennt das Budget, statt zu optimieren. Wichtig ist die saubere Trennung: Werbebudget ist das Geld für die Plattform, Betreuung und Creatives sind eine getrennte Leistung.
Wie viel Werbebudget braucht Social Recruiting?
Die ehrliche Antwort für eine einzelne Stelle: rund 1.200–2.000 Euro pro Monat reines Werbebudget. Wer systematisch über mehrere offene Stellen hinweg Bewerbungen generieren will, liegt höher – Branchenquellen nennen für eine planbare Lead-Generierung 1.500–2.500 Euro monatlich, laut Xpert.digital-Auswertung bei Social Talent Hive. Für den Einstieg mit ein bis zwei Stellen nennt eine weitere Branchenanalyse von webtak eine Spanne von 400 bis 1.500 Euro je nach Stellenzahl.
Warum es eine Untergrenze gibt
Social Recruiting läuft über lernende Algorithmen von Meta, TikTok & Co. Diese Systeme brauchen Datenpunkte – Klicks, Reaktionen, Bewerbungen –, um zu verstehen, wem sie deine Anzeige zeigen sollen. Als Faustregel gelten 30 bis 50 Euro Tagesbudget pro Plattform, damit genügend Daten zusammenkommen, so Social Talent Hive. Unter rund 800 Euro im Monat – also unter etwa 30 Euro pro Tag – bleibt die Kampagne in der Lernphase hängen.
⚠️ Achtung
Zu kleines Budget ist teurer als gar keins: Wer mit 300 Euro im Monat „mal testet", gibt dem Algorithmus nie genug Daten zum Optimieren. Das Geld fließt, die Anzeige lernt nicht – und am Ende heißt es fälschlich „Social Recruiting funktioniert bei uns nicht". Lieber eine Stelle richtig bespielen als drei mit Hungerbudget.
Das Werbebudget ist kein Ausgabeposten, den man klein rechnet – es ist die Datenmenge, aus der der Algorithmus überhaupt erst lernt.
Was das Budget beeinflusst
Warum die eine Praxis mit 1.200 Euro auskommt und die nächste 2.000 Euro braucht, hängt an vier Faktoren:
- 1
Beruf & Wettbewerb
Je knapper der Beruf (Physiotherapeuten, MFA), desto teurer jeder Kontakt – und desto mehr Budget braucht dieselbe Zahl an Bewerbungen. Für weniger knappe Rollen wie Empfang oder Servicekräfte reicht weniger.
- 2
Region & Radius
In einer dünn besiedelten Region ist der Pool kleiner, die Kontakte werden teurer. Ein größerer Einzugsradius senkt den Preis pro Kontakt – solange die Bewerber noch pendeln würden.
- 3
Zahl der offenen Stellen
Mehrere Stellen parallel brauchen mehr Budget, teilen sich aber Setup und Creatives. Deshalb liegt der systematische Dauerbetrieb höher als die Einzelkampagne.
- 4
Wie stark andere lokal werben
Bewerben viele Arbeitgeber in deiner Region dieselbe Zielgruppe, steigt der Preis pro Einblendung. Der lokale Wettbewerb um Aufmerksamkeit ist ein realer Budget-Treiber.
Werbebudget ist nicht der Agenturpreis
Der häufigste Denkfehler: Werbebudget und Betreuung in einen Topf werfen. Das sind zwei getrennte Dinge – und du solltest sie nie vermischen.
| Werbebudget | Betreuung & Creatives | |
|---|---|---|
| Wohin fließt das Geld? | an Meta, TikTok & Co. | an die Agentur oder deine eigene Zeit |
| Wofür? | Anzeigen der Zielgruppe zeigen | Video, Setup, Zielgruppen-Tests, Optimierung |
| Typische Größe | 1.200–2.000 € / Monat (Einzelstelle) | separat, je nach Umfang |
| Wiederverwendbar? | nein, monatlich neu | Creatives tragen viele Monate |
Ein authentisches Recruiting-Video ist einmalige Arbeit, läuft aber über viele Monate und senkt den Preis pro Bewerbung deutlich – es gehört zur Betreuungsseite, nicht ins Mediabudget. Seriöse Anbieter reichen das Werbebudget transparent durch und weisen Honorar getrennt aus. Frag im Zweifel konkret nach: Wie viel von dem Betrag ist reines Mediabudget, das bei der Plattform landet? Wie das Zusammenspiel als System funktioniert, zeigt der Ratgeber Social Media Recruiting: wie es funktioniert.
Die Gegenrechnung: Budget gegen Stillstand
1.500 Euro Werbebudget im Monat klingen nach viel – bis man die andere Seite danebenlegt. Eine offene Physio-Stelle bleibt im Schnitt rund 280 Tage unbesetzt, laut Bundesagentur für Arbeit, und ein Vollzeit-Therapeut erwirtschaftet konservativ 12.000 bis 16.000 Euro Umsatz pro Monat, auf Basis üblicher Taktung.
Gegen 12.000+ Euro entgangenen Umsatz pro Monat ist ein Werbebudget von 1.500 Euro die kleinere Zahl – vorausgesetzt, es beschleunigt die Besetzung spürbar. Genau deshalb ist die Untergrenze so wichtig: Ein zu kleines Budget spart am falschen Ende und verlängert den Stillstand. Überschlag für deine Zahlen:
Stellen-Kalkulator
Wie viel kostet dich deine offene Stelle wirklich?
Unser Stellen-Kalkulator zeigt dir in zwei Minuten, welchen Umsatz du durch eine nicht besetzte Stelle jeden Monat verlierst.
Kosten der offenen Stelle berechnen →Für Physio, Fitness & Gesundheitswesen konkret
Physiopraxis: Kleiner Kandidatenpool, teurere Kontakte – hier lohnt es sich, das Budget nicht unter die Untergrenze zu drücken. Lieber eine Stelle mit vollem Budget als der Streuversuch über mehrere.
Fitnessstudio: Größerer Pool bei Trainer- und Servicekräften, damit tendenziell effizienteres Budget. Studioketten mit mehreren Standorten fahren eher den systematischen Dauerbetrieb.
Arztpraxis / Gesundheitsunternehmen: Für MFA-Stellen ist Social Recruiting oft der einzige liefernde Kanal – ein solides Budget lohnt sich, weil klassische Anzeigen hier vielerorts leerlaufen.
Fazit: Genug Budget, sauber getrennt
Zwei Dinge entscheiden über ein sinnvolles Werbebudget: Es muss über der Untergrenze liegen, damit der Algorithmus lernt (Richtwert 1.200–2.000 Euro für eine Stelle, mindestens rund 800 Euro), und es muss sauber von Betreuung und Creatives getrennt bleiben. Was am Ende sinnvoll ist, hängt von deiner Region, deinem Beruf und der Zahl deiner offenen Stellen ab. Wenn du wissen willst, welches Budget für deine Situation realistisch ist, sieh dir an, wie Mitarbeitergewinnung als System funktioniert – oder sprich mit uns.