Kosten & VergleichePhysiopraxis

Unbesetzte Physio-Stelle: Was sie dich wirklich kostet

Von Max Schneider10. Juni 2026ca. 6 Min. Lesezeitunbesetzte Stelle Physiotherapie Kosten

Aktualisiert am 02. Juli 2026

Kurzantwort

Eine unbesetzte Physiotherapeuten-Stelle kostet deine Praxis pro Monat mehrere tausend Euro – durch entgangene Patienteneinnahmen, Mehrbelastung des Teams und steigende Fluktuationsgefahr. Viele Inhaber unterschätzen diesen Betrag systematisch, weil die Kosten unsichtbar bleiben. Mit dem Stellen-Kalkulator berechnest du deinen konkreten Verlust in zwei Minuten.

Deinen konkreten Verlust im Stellen-Kalkulator berechnen — kostenlos, in zwei Minuten.

Jeder Monat mit offener Stelle tickt – und kostet mehr als jede Recruiting-Maßnahme, die ihn verkürzt.

Das Problem: Die Kosten einer offenen Stelle werden fast immer unterschätzt

Du hast eine offene Stelle und suchst seit Wochen. Auf den ersten Blick denkst du vielleicht: „Solange niemand da ist, spare ich ja das Gehalt." Das ist ein teurer Irrtum.

Die echten Kosten einer unbesetzten Stelle addieren sich aus mehreren Ebenen – von denen die meisten im Tagesgeschäft unsichtbar bleiben. Und eine offene Stelle bleibt lange offen: Physiotherapie-Stellen blieben 2024 im Schnitt rund 280 Tage unbesetzt, laut physio.de zur Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit.

Konservativ gerechnet kostet die Neueinstellung einer klassischen Fachkraft in Deutschland zwischen 4.000 und 6.000 Euro – Recruiting, Einarbeitung und reduzierte Produktivität in den ersten Wochen zusammengenommen, laut softgarden. Das BIBB beziffert die reinen Personalgewinnungskosten je extern rekrutierter Fachkraft sogar im Schnitt auf rund 13.700 Euro, laut BIBB. Für eine Physiopraxis sind realistisch eher die unteren Werte anzusetzen – teuer wird es trotzdem, vor allem durch die lange Suche.

Physiopraxis (realistisch)4.000–6.000 €
Ø Fachkraft laut BIBBca. 13.700 €
Kosten je Neueinstellung im Vergleich – für eine Physiopraxis sind eher die unteren Werte realistisch. Quellen: softgarden (Recruiting, Einarbeitung und reduzierte Produktivität zusammengenommen) und BIBB (reine Personalgewinnungskosten je extern rekrutierter Fachkraft).
ca. 280 Tagedurchschnittliche Zeit, die eine offene Physio-Stelle in Deutschland 2024 unbesetzt blieb, laut Bundesagentur für Arbeit – das sind rund neun Monate, in denen Umsatz und Kapazität fehlen

Die drei Kostentreiber im Detail

1. Entgangene Patienteneinnahmen

Das ist der offensichtlichste – und zugleich am häufigsten ignorierte – Posten. Jede Therapeutenstunde, die nicht stattfinden kann, ist verlorener Umsatz. Kein Leerstand, keine Abschreibung – einfach weg.

Rechenbeispiel: Im üblichen 20-Minuten-Takt behandelt ein Vollzeit-Physiotherapeut konservativ gerechnet rund 50 bis 60 Behandlungseinheiten pro Woche – also etwa 12 bis 14 am Tag, mit Puffer für Pausen, Doku und Ausfälle, laut physio.de. Bei einem Erlös von etwa 60 bis 80 Euro pro Einheit summiert sich das schon über drei Monate auf einen fünfstelligen Einnahmeausfall – je nach Praxisstruktur und Kassenanteil.

⚠️  Achtung

Viele Inhaber rechnen mit dem gesparten Gehalt als „Entlastung". Der tatsächliche wirtschaftliche Schaden ist aber fast immer höher: Entgangener Umsatz übersteigt das Gehalt in der Regel um den Faktor 1,5 bis 2,5 – weil du nicht nur Arbeitszeit, sondern auch Patientenbindung und Kapazität verlierst.

2. Mehrbelastung und Fluktuation im bestehenden Team

Wenn eine Stelle unbesetzt ist, übernimmt das Team die Mehrarbeit. Kurzfristig funktioniert das. Mittelfristig ist es gefährlich.

  • Überstunden erhöhen Burnout-Risiko und Krankenstand
  • Die besten Mitarbeitenden schauen sich zuerst nach Alternativen um
  • Du verlierst im schlechtesten Fall nicht eine, sondern zwei Stellen

ℹ️  Hinweis

Fluktuation ist teuer: Eine Neueinstellung kostet im Schnitt das 0,5- bis 1-fache des Jahresgehalts der zu ersetzenden Person – gerechnet über Recruiting, Einarbeitung und Produktivitätsausfall. Wenn deine beste Therapeutin kündigt, weil das Team dauerhaft überlastet ist, verdoppelt sich das Problem.

3. Recruiting-Aufwand und versteckte Zeitkosten

Die Suche selbst kostet dich – als Inhaber – Zeit. Zeit, die du nicht in Patienten, Praxisentwicklung oder Urlaub steckst.

  1. 1

    Stellenanzeigen verfassen und schalten

    Jobportale, Social Media, Schwarzes Brett in der Physioschule – jeder Kanal braucht eigenen Aufwand und will laufend gepflegt werden.

  2. 2

    Bewerbungen sichten und vorfiltern

    Bei Fachkräftemangel meldet sich selten der perfekte Kandidat – jede Bewerbung will trotzdem geprüft und beantwortet werden.

  3. 3

    Interviews führen

    Jedes Gespräch bindet Inhaberzeit inklusive Vor- und Nachbereitung – über mehrere Kandidaten summiert sich das spürbar.

  4. 4

    Onboarding und Einarbeitung

    Auch nach der Einstellung laufen die neue Person und ein erfahrener Kollege eine Weile im Tandem – die Kapazität sinkt vorübergehend weiter.

  5. 5

    Anlaufzeit bis zur Vollproduktivität

    Bis ein neuer Physiotherapeut eigenständig, effizient und patientengerecht arbeitet, dauert es – in dieser Phase ist der Output reduziert.

Was der Stellen-Kalkulator dir zeigt

Du kannst deinen individuellen Verlust durch die offene Stelle konkret berechnen – auf Basis deiner Praxisgröße, deines Kassendurchsatzes und der erwarteten Besetzungsdauer.

Stellen-Kalkulator

Wie viel kostet dich deine offene Stelle wirklich?

Unser Stellen-Kalkulator zeigt dir in zwei Minuten, welchen Umsatz du durch eine nicht besetzte Stelle jeden Monat verlierst.

Kosten der offenen Stelle berechnen →

Der Rechner gibt dir einen ehrlichen Überblick: Was kostet die Stelle jeden Monat weiter unbesetzt? Ab wann lohnt sich professionelle Unterstützung beim Recruiting gegenüber dem Laufen-Lassen?

Wie du die Besetzungsdauer aktiv verkürzt

Die gute Nachricht: Die Besetzungsdauer ist keine Konstante. Sie hängt stark davon ab, wie und wo du rekrutierst.

💡  Tipp

Physiopraxen, die aktiv über Social Media rekrutieren, berichten von deutlich kürzeren Besetzungszeiten als Praxen, die ausschließlich auf klassische Jobportale setzen. Der Unterschied liegt nicht am Budget, sondern am Kanal – Therapeuten, die über einen Jobwechsel nachdenken, scrollen täglich auf Instagram und Facebook.

Drei Stellschrauben, die deine Besetzungsdauer spürbar verkürzen

Kanal wechseln. Von passiven Jobportalen zu aktiven Social-Recruiting-Kampagnen. Du gehst dahin, wo Therapeuten sind – nicht wartest, bis sie zu dir kommen.

Prozess beschleunigen. Schnelle Erst-Reaktion (unter 24 Stunden) und ein klarer, kurzer Bewerbungsprozess (max. 2 Schritte bis zum Gespräch) reduzieren Kandidaten-Absprünge deutlich.

Arbeitgeber-Profil schärfen. Wer klar kommuniziert, was seine Praxis als Arbeitgeber besonders macht – Arbeitszeiten, Team, Fortbildungen, Kultur – spricht gezielt die passenden Kandidaten an und spart Screening-Zeit.

Was das alles konkret bedeutet

Wenn du jetzt eine offene Stelle hast und mit klassischen Mitteln weitersuchst, summiert sich der Schaden schnell: Gerechnet auf rund 50 bis 60 Behandlungseinheiten pro Woche zu 60 bis 80 Euro liegt der entgangene Umsatz pro Monat mit offener Stelle allein bei etwa 12.000 bis 16.000 Euro – je nach Praxisgröße und Kassenanteil, plus nicht eingerechnete Inhaberzeit.

Das ist kein Argument für Panik, sondern für Entscheidungsgrundlage: Wann ist externe Unterstützung beim Recruiting günstiger als Warten?

Der Stellen-Kalkulator hilft dir, diese Frage für deine Praxis konkret zu beantworten – jetzt überschlagen im Stellen-Kalkulator.

Häufige Fragen

Max Schneider

Max Schneider

Gründer · Schneider Studios

Hilft Physiopraxen, Fitnessstudios und Gesundheitsunternehmen, mit Recruiting- und Content-Systemen planbar Mitarbeiter und Kunden zu gewinnen.

Verwandte Artikel

← Alle Ratgeber-Artikel