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In wie vielen Bundesländern fehlen Physiotherapeuten?

Von Max Schneider10. September 2026ca. 5 Min. Lesezeitphysio fachkräftemangel bundesländer
In wie vielen Bundesländern fehlen Physiotherapeuten?

Kurzantwort

Physiotherapie gilt praktisch bundesweit als Engpassberuf – die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit weist für alle Bundesländer Anzeichen eines Fachkräftemangels aus. Kein anderer Beruf der Kategorie Fachkraft galt zuletzt als knapper. Regional schwankt nur die Intensität: Auf der Skala von 0 bis 3 lagen die Werte 2024 zwischen rund 2,2 und 2,8. Die Zeit bis zur Besetzung einer Stelle ist auf über 300 Tage gestiegen. Kurz: Warten hilft nirgends – aktives Recruiting schon.

Kein Bundesland ist entspannt – überall konkurrieren Praxen um dieselben wenigen wechselbereiten Therapeuten.

In wie vielen Bundesländern fehlen Physiotherapeuten?

Die kurze Antwort: praktisch in allen. Die Physiotherapie ist kein regionales Problem einzelner strukturschwacher Landstriche, sondern ein flächendeckender Engpass.

Grundlage ist die jährliche Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. Sie bewertet hunderte Berufe anhand von Indikatoren wie der Entwicklung der Gehälter, der durchschnittlichen Besetzungsdauer offener Stellen und der Arbeitslosenquote. Daraus ergibt sich ein Wert von 0 (weit entfernt von einem Engpass) bis 3 (deutliche Anzeichen eines Engpasses). In der Analyse führen Physiotherapie und Ergotherapie die Spitzengruppe an – bundesweit lag die Physiotherapie zuletzt bei rund 2,7 von 3 möglichen Punkten und damit an der Spitze der Berufe mit den stärksten Engpass-Indikatoren (IWW / BA-Engpassanalyse).

2,7 von 3Engpass-Wert der Physiotherapie in der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit – Spitzengruppe aller ausgewerteten Berufe, gemeinsam mit der Ergotherapie

Und die entscheidende Nachricht für alle, die überlegen, ob es „woanders vielleicht einfacher" wäre: Die Anzeichen eines Engpasses zeigen sich in allen Bundesländern (BODYMEDIA / BA-Engpassanalyse 2024). Es gibt kein Bundesland, in dem sich Physiotherapeuten einfach so finden lassen.

Die Physiotherapie ist kein regionaler Engpass – die Bundesagentur für Arbeit weist den Fachkräftemangel in allen Bundesländern aus.

Wo ist der Mangel am stärksten – gibt es regionale Unterschiede?

Ja, aber sie sind graduell, nicht grundsätzlich. Der Unterschied liegt zwischen „sehr angespannt" und „extrem angespannt" – nicht zwischen Mangel und Überfluss.

Für 2024 reichten die regionalen Engpasswerte laut Bundesagentur von rund 2,2 (Brandenburg/Berlin, der niedrigste Wert) bis 2,8 (Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern, die höchsten Werte) (BODYMEDIA). Auf der Skala bis 3 bewegen sich damit alle Regionen im oberen Drittel – auch das untere Ende ist noch ein klarer Engpass.

Praktisch heißt das: In Ballungsräumen konkurrieren viele Praxen um dieselben Kandidaten, dafür sind dort mehr Therapeuten aktiv. In ländlichen Regionen ist die Konkurrenz unter Praxen kleiner, aber auch der Kandidatenpool. Beides führt zum selben Ergebnis – offene Stellen bleiben lange offen.

Wie lange bleibt eine Physio-Stelle unbesetzt?

Der vielleicht sprechendste Wert ist die durchschnittliche Zeit, bis eine offene Stelle besetzt ist. Sie steigt seit Jahren kontinuierlich:

2023ca. 253 Tage
2024ca. 280 Tage
2025ca. 304 Tage
Durchschnittliche Zeit, bis eine offene Physiotherapie-Stelle besetzt ist, in Tagen. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, aufbereitet von BODYMEDIA (2024: 280 Tage, 2025: 304 Tage; 2023: 253 Tage als Vergleichswert).

Rund 304 Tage – das sind mehr als zehn Monate, in denen Behandlungskapazität, Umsatz und Teamentlastung fehlen (BODYMEDIA). Und die Rechnung dahinter ist unerbittlich: Rechnerisch kommen rund 2,6 offene Stellen auf jeden arbeitslos gemeldeten Therapeuten (BODYMEDIA). Der Markt ist leer gefegt – Wartebänke mit passenden Bewerbern gibt es nicht.

Was das jeden Monat kostet, unterschätzen viele Inhaber systematisch. Wir haben es im Detail durchgerechnet: Was eine unbesetzte Physio-Stelle wirklich kostet. Deinen konkreten Wert überschlägst du in zwei Minuten im Stellen-Kalkulator.

Warum sich der Engpass nicht von allein löst

Der Mangel ist strukturell, nicht konjunkturell. Drei Faktoren wirken zusammen:

  • Demografie auf beiden Seiten. Mehr ältere Menschen brauchen mehr Physiotherapie – gleichzeitig gehen erfahrene Therapeuten in den Ruhestand.
  • Abwanderung aus dem Beruf. Körperliche Belastung, Gehaltsniveau und Entwicklungsperspektiven führen dazu, dass viele den Beruf früh wieder verlassen.
  • Neue Konkurrenz um Talente. Fitnessstudios, Kliniken und Reha-Zentren werben aktiv um dieselben Fachkräfte.

Immerhin gibt es einen Lichtblick: Die Ausbildungszahlen entwickeln sich zuletzt wieder positiv, die Zahl der Absolventen ist spürbar gestiegen (BODYMEDIA). Am Arbeitsmarkt kommt diese Entlastung aber erst mit Verzögerung an – kurzfristig ändert sich am Engpass nichts. Mehr Hintergründe und Strategien findest du in unserer Analyse zum Fachkräftemangel Physiotherapie 2026.

Was das für deine Praxis bedeutet

Wenn der Mangel überall herrscht, bringt der Blick über die Landesgrenze wenig – der Hebel liegt im eigenen Vorgehen. Praxen, die trotz Engpass Stellen besetzen, machen selten etwas grundsätzlich anderes, aber konsequenter:

  • Aktiv rekrutieren statt warten. Die wenigen wechselbereiten Therapeuten reagieren nicht auf Stellenanzeigen, die auf Portalen liegen – man muss sie dort ansprechen, wo sie täglich sind.
  • Als Arbeitgeber sichtbar sein. Wer bei einer Google-Suche einen sympathischen, echten Auftritt zeigt, gewinnt gegen die Praxis nebenan.
  • Schnell und klar im Prozess. Erstantwort unter 24 Stunden, kurzer Weg zum Gespräch – langsame Prozesse verlieren Kandidaten an die Konkurrenz.

Genau hier setzt planbare Mitarbeitergewinnung für Physiotherapie an: nicht auf Zufall hoffen, sondern die wenigen passenden Menschen gezielt erreichen.

Fazit

Physiotherapeuten fehlen praktisch in allen Bundesländern – die Bundesagentur für Arbeit weist den Engpass flächendeckend aus, mit nur graduellen regionalen Unterschieden. Die Besetzungsdauer ist auf über zehn Monate gestiegen, auf jeden arbeitslosen Therapeuten kommen rund 2,6 offene Stellen. Der Ausweg liegt nicht in der Region, sondern in der Methode: aktives Recruiting, ein sichtbares Arbeitgeberprofil und ein schneller Prozess.

Häufige Fragen

Max Schneider

Max Schneider

Gründer · Schneider Studios

Hilft Physiopraxen, Fitnessstudios und Gesundheitsunternehmen, mit Recruiting- und Content-Systemen planbar Mitarbeiter und Kunden zu gewinnen.

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