Kurzantwort
Jede Recruiting-Anzeige, jedes Video und jede Empfehlung endet auf einer Seite – und dort entscheidet sich, ob aus Interesse eine Bewerbung wird. Die Karriere-Landingpage ist diese Seite: eine je Stelle, ohne Menü, mit drei konkreten Unterschieden oben, Gehaltsspanne, echtem Team, ehrlichen Anforderungen und einer Kurzbewerbung in zwei Minuten. Laut IAB waren Online-Wege inklusive eigener Homepage 2025 bei 52 Prozent der Neueinstellungen entscheidend. Dieser Artikel zeigt den Aufbau Abschnitt für Abschnitt, die Kurzbewerbung, die Fehler, die Bewerber kosten, und wie du die Abschlussquote misst – die einzige Zahl, die für diese Seite zählt.
Warum eine Seite je Stelle
Die allgemeine Karriereseite zeigt den Betrieb als Arbeitgeber – Team, Kultur, alle Stellen. Sie ist für Menschen, die sich umsehen. Wer aber auf eine Anzeige „Physiotherapeutin in Kaiserslautern – 30 Minuten Takt“ klickt, will nicht umsehen, sondern wissen, ob das stimmt und wie er sich bewirbt. Eine Seite mit Menü, fünf Stellen und einem Kontaktformular irgendwo unten lässt ihn suchen. Die Karriere-Landingpage je Stelle lässt ihn finden – und macht die Bewerbung zur Sache von zwei Minuten. Was auf der allgemeinen Karriereseite stehen sollte, zeigt der Ratgeber Karriereseite Physiopraxis; hier geht es um die Stellenseite.
Der Aufbau – Abschnitt für Abschnitt
- 1
Überschrift: Beruf + Ort + Modell
„Physiotherapeut (m/w/d) in Kaiserslautern – Vollzeit oder Teilzeit ab 25 Stunden“. Genau das, was in der Anzeige stand. Keine Slogans.
- 2
Drei Unterschiede – mit Zahlen, ganz oben
30 statt 20 Minuten Takt. Dienstplan vier Wochen im Voraus. 1.500 Euro Fortbildungsbudget mit Freistellung. Die Punkte aus der Employer Value Proposition, vergleichbar mit dem aktuellen Arbeitgeber.
- 3
Gehaltsspanne und Arbeitszeitmodell
Fehlende Gehaltsangaben sind einer der häufigsten Abbruchgründe. Eine Spanne reicht. Dazu Stundenmodelle, Arbeitstage, Regelung für Rand- und Wochenendzeiten.
- 4
Kurzbewerbung – erstes Mal
Schon nach den Unterschieden: Wer überzeugt ist, soll nicht scrollen müssen. Vier Felder, Button, fertig.
- 5
Das Team – Video oder Fotos
Das Recruiting-Video mit dem Team, echte Fotos der Räume. Wer hier arbeitet, wie es aussieht. Keine Stockfotos – Bewerber erkennen sie in einer Sekunde.
- 6
Ehrliche Anforderungen und Alltag
Drei „Das erwartet dich“-Punkte, die auch abschrecken dürfen: Hausbesuche an zwei Tagen, Dokumentation in der Software, Samstag alle vier Wochen. Weniger, aber passendere Bewerbungen.
- 7
Ablauf nach der Bewerbung
„Wir rufen innerhalb eines Tages an, Gespräch in derselben Woche, Probearbeiten möglich.“ Nimmt die Unsicherheit, was nach dem Klick passiert.
- 8
Kurzbewerbung – zweites Mal, plus Kontakt
Unten noch einmal das Formular, dazu Telefonnummer und Name einer Ansprechperson mit Foto. Manche rufen lieber an.
Kein Menü, keine Links zu anderen Seiten, keine zweite Handlungsaufforderung. Impressum, Datenschutzerklärung und Datenschutzhinweis für Bewerbungsdaten im Footer – die müssen sein.
Die Kurzbewerbung
| Kurzbewerbung (empfohlen) | Klassische Bewerbung (vermeiden) | |
|---|---|---|
| Felder | Name, Telefon, Qualifikation, frühester Start – optional zwei Filterfragen | Anschreiben, Lebenslauf-Upload, Zeugnisse, Registrierung |
| Dauer am Handy | unter zwei Minuten | wird auf „morgen“ verschoben – und vergessen |
| Qualität | Filterfragen sortieren vorab; Gespräch klärt den Rest | viele Unterlagen, aber keine bessere Passung |
| Was danach passiert | Anruf innerhalb eines Tages, Gespräch in derselben Woche | Sichtung, Rückmeldung nach Tagen – Bewerber ist weg |
Laut Stepstone beobachten 81 Prozent der Recruiter einen Qualitätsrückgang bei Bewerbungen – die Antwort darauf ist nicht ein längeres Formular, sondern zwei gute Filterfragen („Welcher Schwerpunkt?“, „Wie viele Stunden?“) und ein Telefonat, das in zehn Minuten mehr klärt als jede Bewerbungsmappe.
Jedes Pflichtfeld auf der Stellenseite ist eine Bewerbung, die nicht abgeschickt wird. Die Unterlagen kommen nach dem Gespräch – oder gar nicht, weil sie nicht nötig sind.
Fehler, die Bewerber kosten
- Die Seite wiederholt nicht, was die Anzeige versprach. Wer „30 Minuten Takt“ geklickt hat und es auf der Seite nicht findet, misstraut allem anderen.
- Gehalt und Arbeitszeit fehlen. Der häufigste Abbruchgrund – und der, den Betriebe am hartnäckigsten verteidigen.
- Menü und Ausgänge. Jeder Link weg von der Seite ist ein Bewerber, der nicht zurückkommt.
- Stockfotos. Sie sagen: Wir zeigen euch nicht, wer hier arbeitet.
- Das Formular ist am Handy nicht nutzbar. Die meisten Bewerber lesen abends auf dem Sofa. Wer dort nicht in zwei Minuten fertig ist, ist fertig.
- Keine Information, was danach passiert. Bewerber wollen wissen, ob und wann jemand antwortet.
- Niemand ruft an. Die beste Seite verpufft, wenn die Bewerbung drei Tage liegt.
Die eine Zahl: Abschlussquote
Besucher der Seite geteilt durch abgeschickte Kurzbewerbungen. Die Seitenbesuche liefert die Website-Statistik, die Bewerbungen zählst du selbst. Liegt die Quote niedrig, geht die Prüfung in der Reihenfolge der Fehler oben – und fast immer ist es einer der ersten drei. Jede Verbesserung senkt sofort den Preis je Bewerbung, ohne einen Euro mehr für Anzeigen. Wie die Seite in die Kampagne passt – Anzeige, Video, Kurzbewerbung, Rückruf –, zeigt der Ratgeber Social-Recruiting-Kampagne aufbauen; das Modell dahinter der Ratgeber Recruiting-Funnel erklärt; wie sich die Landingpage von der Website unterscheidet, der Ratgeber Landingpage vs. Website.
⚠️ Achtung
Bewerbungsdaten sind personenbezogene Daten: Datenschutzhinweis am Formular, verschlüsselte Übertragung, Löschfristen, Zugriff nur für Beteiligte. Stellenanzeige und Seite müssen dem AGG genügen – keine Formulierungen, die nach Alter, Geschlecht oder Herkunft ausschließen. Für Heilberufe gilt bei Videos und Fotos zusätzlich das Heilmittelwerbegesetz, sobald Leistungen gezeigt werden, und die Einwilligung jeder abgebildeten Person.
Quellen
- Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): IAB-Stellenerhebung 1/2026 (Online-Wege bei 52 % der Neueinstellungen 2025 entscheidend)
- Stepstone: Hiring Trends Index Q1/2025 – Bewerberqualität (81 % der Recruiter beobachten Qualitätsrückgang)