MitarbeitergewinnungGesundheitswesen

ZFA finden: So gewinnt deine Zahnarztpraxis Fachkräfte

Von Max Schneider21. August 2026ca. 8 Min. Lesezeitzfa finden
ZFA finden: So gewinnt deine Zahnarztpraxis Fachkräfte

Kurzantwort

ZFA zu finden scheitert selten am Willen und fast immer am Kanal: Zahnmedizinische Fachangestellte sind ein Engpassberuf, die wenigen aktiv Suchenden sind heiß umkämpft – und die größte Gruppe, die Wechselwilligen, liest keine Stellenanzeigen. Gewonnen wird zweistufig: Sichtbarkeit dort, wo ZFA tatsächlich sind (Instagram, TikTok), plus ein Arbeitsumfeld, das den größten Schmerz des Berufs beantwortet – Dauerbelastung ohne Wertschätzung. Wer beides zeigt und Bewerbungen radikal einfach macht, besetzt auch in einem leeren Markt.

Der ZFA-Nachwuchs wird heute auf TikTok umworben – sogar von der Bundeszahnärztekammer selbst. Wer als Praxis dort nicht sichtbar ist, existiert für Wechselwillige nicht.

Warum ZFA so schwer zu finden sind

Wenn auf deine ZFA-Anzeige kaum noch Bewerbungen kommen, liegt das nicht an deiner Praxis, sondern an der Marktlage: Zahnmedizinische Fachangestellte zählen – genau wie MFA – zu den Engpassberufen, es gibt also strukturell weniger verfügbare Fachkräfte als offene Stellen. Und um die wenigen verfügbaren konkurrierst du nicht nur mit der Einzelpraxis nebenan, sondern auch mit kieferorthopädischen Praxen, Z-MVZ und Kliniken, die mit Gehalt und geregelten Strukturen werben.

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein ungewöhnlicher Beleg: Die Bundeszahnärztekammer selbst fährt seit Februar 2024 eine bundesweite Nachwuchskampagne auf TikTok – mit Influencer-Kooperationen, die allein 2025 rund 9,6 Millionen Aufrufe erzielten. Wenn der Berufsstand so um Nachwuchs kämpfen muss, ist klar: Auf eine Wartebank voller Bewerberinnen kannst du nicht hoffen.

Dazu kommt ein zweites Problem, das oft übersehen wird – der Beruf verschleißt seine Leute. Der DGB-Ausbildungsreport 2026 (13.227 befragte Azubis aus den 25 größten Ausbildungsberufen) zeigt: Jede dritte angehende ZFA ist mit ihrer Ausbildung nur teilweise zufrieden, jede achte sogar eher oder sehr unzufrieden.

53,2 %der angehenden ZFA haben laut DGB-Ausbildungsreport 2026 immer oder häufig Probleme, sich in der Freizeit zu erholen – der höchste Wert aller 25 untersuchten Ausbildungsberufe

Für dich als Praxisinhaber stecken darin zwei Nachrichten. Die schlechte: Der Nachwuchs ist knapp und belastet. Die gute: Ein relevanter Teil der ZFA da draußen ist unzufrieden genug, um zu wechseln – wenn ein Arbeitgeber glaubwürdig zeigt, dass es bei ihm anders läuft.

Warum klassische Stellenanzeigen bei ZFA scheitern

Der Markt besteht – grob gesagt – aus drei Gruppen, und die Anzeige erreicht nur eine davon:

  • Aktiv Suchende: durchsuchen Jobbörsen und Aushänge. In einem Engpassberuf ist das eine kleine Minderheit, um die sich alle Praxen der Region gleichzeitig bemühen.
  • Wechselwillige: unzufrieden mit Belastung, Ton oder Dienstplan – aber ohne aktive Suche. Sie scrollen abends durch Instagram und TikTok. Das ist die mit Abstand größte erreichbare Gruppe.
  • Gebundene: zufrieden und kaum zu bewegen, außer über persönliche Empfehlungen.

Eine Stellenanzeige auf einem Portal adressiert Gruppe eins – und verpasst genau die Gruppe, die der DGB-Report sichtbar macht: die vielen Belasteten, die längst innerlich auf dem Sprung sind.

Die ZFA, die du suchst, sucht nicht nach dir. Sie scrollt abends durch ihren Feed – und genau dort entscheidet sich, ob sie dich kennt.

Alle Wege im Überblick

Anzeige & JobbörseEmpfehlung & AusbildungSocial Recruiting
KanäleJobportale, Kammer-Stellenbörse, AushangTeam-Empfehlung, eigene Azubis übernehmenInstagram & TikTok, organisch + gezielte Ads
Erreichtnur die kleine Gruppe aktiv Suchenderden verdeckten Markt, sehr gute Passungauch Wechselwillige – die größte Gruppe
Wirkung auf Arbeitgebermarkekeineindirekt über Mundpropagandawächst mit jedem Beitrag
Planbarkeitgering im Engpassberufgering – hängt an Zufall und Vorlaufhoch, über Budget und Region steuerbar
Typische RollePflichtprogramm nebenbeibester Einzeltrefferder eigentliche Hebel im leeren Markt

Alle drei Wege haben ihren Platz: Die Anzeige bleibt als Grundabsicherung stehen, Empfehlungen holst du aktiv ab (feste Prämie, ein Satz: „Schick mir die Nummer, den Rest mache ich“), und die eigene Azubine, die nach der Prüfung bleibt, ist ohnehin die schönste Besetzung. Nur trägt keiner dieser Wege allein durch einen Markt, in dem es schlicht zu wenige ZFA gibt.

Social Recruiting für die Zahnarztpraxis

Dass Kurzvideos die Zielgruppe erreichen, ist keine Theorie mehr – die BZÄK-Kampagne macht es mit Millionenreichweiten vor. Der Unterschied: Die Kammer wirbt für den Beruf, du wirbst für deine Praxis. Das Prinzip dahinter ist dasselbe und funktioniert zweigleisig:

Organisch zeigst du in kurzen, echten Einblicken, wie es bei euch wirklich zugeht: das Team am Morgen, die Prophylaxe-Stunde, die neue Kollegin an ihrem ersten Tag, ein ehrlicher Satz zur Dienstplanung. Kein Hochglanz, keine Stockfotos – genau die Alltagsnähe, die entscheidet, ob eine Wechselwillige denkt: „Da würde ich hinpassen.“

Gezielte Anzeigen bringen diese Einblicke planbar vor die richtigen Augen: ZFA und Azubis im Umkreis deiner Praxis, auf Instagram und Facebook, mit einer Kurzbewerbung, die am Handy in zwei Minuten erledigt ist – Name, Nummer, zwei Fragen, fertig. Wie die Mechanik aus Inhalten, Zielgruppen und Anzeigen im Detail funktioniert, haben wir im Leitfaden Social-Media-Recruiting: Wie funktioniert das? beschrieben.

⚠️  Achtung

Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Kanal, sondern die falsche Botschaft: Wer auf TikTok und Instagram dieselbe Floskel-Anzeige ausspielt wie im Jobportal („motiviertes Team sucht Verstärkung“), erreicht zwar die Richtigen – überzeugt sie aber nicht. Der Inhalt muss die Fragen beantworten, die eine ZFA wirklich hat: Wie ist der Ton? Wer fängt Stress ab? Wie planbar sind meine Dienste?

Was ZFA wirklich wollen

Die DGB-Zahlen sind unbequem, aber sie sind deine Recruiting-Landkarte: Wenn 53,2 Prozent der angehenden ZFA nicht abschalten können – mehr als in jedem anderen der 25 untersuchten Ausbildungsberufe – dann gewinnt nicht die Praxis mit dem größten Versprechen, sondern die mit der glaubwürdigsten Entlastung.

ZFA53,2 %
Verkäufer:innen42,9 %
Friseur:innen41,8 %
Hotelfachleute41,0 %
Kaufleute Einzelhandel40,3 %
Anteil der Azubis, die laut DGB-Ausbildungsreport 2026 immer oder häufig Probleme haben, sich in der Freizeit zu erholen – angehende ZFA führen die Liste aller 25 untersuchten Berufe an.

Daraus ergeben sich die vier Bausteine, die aus Sichtbarkeit tatsächlich Bewerbungen machen:

  1. 1

    Entlastung konkret benennen

    Nicht „nettes Team“, sondern: feste Pausen, die eingehalten werden, klare Zuständigkeiten zwischen Stuhl, Rezeption und Abrechnung, Dienstplan mit Vorlauf. Das beantwortet den größten Schmerzpunkt des Berufs direkt.

  2. 2

    Faire Bezahlung sichtbar machen

    ZFA vergleichen Angebote genau. Orientiere dich am ZFA-Tarifvertrag und nenne in der Anzeige ein Gehalt oder eine ehrliche Spanne – wer die Zahl weglässt, wirkt in einem umkämpften Markt wie ein Warnsignal.

  3. 3

    Bewerbungshürde radikal senken

    Kurzbewerbung per Handy statt Anschreiben und Lebenslauf-Pflicht. Jede zusätzliche Hürde filtert zuerst die Wechselwilligen heraus – also genau die, die nicht wechseln müssen, sondern wollen könnten.

  4. 4

    In unter 24 Stunden antworten

    Wer mehrere Optionen hat, entscheidet sich für den Arbeitgeber, der zuerst reagiert. Eine persönliche Antwort am selben Tag und maximal zwei Schritte bis zur Entscheidung sind ein Wettbewerbsvorteil, der nichts kostet.

Schritt für Schritt zur ersten ZFA-Kampagne

  1. Versprechen klären: Ein ehrlicher Satz, warum eine ZFA ausgerechnet zu euch wechseln sollte – geprüft an den DGB-Schmerzpunkten Entlastung, Wertschätzung, Planbarkeit.
  2. Material aus dem Alltag produzieren: ein kurzes Team-Video und eine Handvoll echter Fotos aus eurer Praxis. Authentisch schlägt aufwendig.
  3. Organisch starten, dann verstärken: zwei bis drei Einblicke pro Woche auf Instagram, danach die stärksten Inhalte als regionale Anzeige an ZFA im Umkreis ausspielen.
  4. Bewerbungsweg testen: Lass eine Bekannte die Kurzbewerbung am Handy durchspielen. Alles über zwei Minuten fliegt raus.
  5. Antworten und binden: Reaktion unter 24 Stunden – und nach der Einstellung die versprochene Entlastung auch leben, sonst rekrutierst du bald wieder gegen dasselbe Loch.

Der größere Rahmen – vom Arbeitgeber-Versprechen bis zum Kanal-Mix für jede Fachkraft im Engpass – steht im Leitfaden Wie finde ich neue Mitarbeiter?. Und was eine unbesetzte Stelle dich jeden Monat kostet, rechnet dir der Stellen-Kalkulator aus.

Wenn du wissen willst, wie eine planbare Mitarbeitergewinnung für deine Praxis konkret aussieht – mit welchen Inhalten, welcher Zielgruppe und welchem Budget – lass uns kurz sprechen.

Häufige Fragen

Max Schneider, Gründer von Schneider Studios

Max Schneider

Gründer · Schneider Studios

Hilft Physiopraxen, Arztpraxen, Fitnessstudios und Gesundheitsunternehmen, mit Recruiting- und Content-Systemen planbar Mitarbeiter und Kunden zu gewinnen.

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